Zwei Dateien heißen gleich, haben dieselbe Größe und zeigen dasselbe Vorschaubild. Trotzdem ist damit noch nicht geklärt, ob eine davon entfallen kann. Eine Kopie könnte die bewusst getrennte Sicherung sein, eine andere Bestandteil eines verknüpften Projekts. Eine gute Dublettenprüfung beantwortet deshalb zuerst die technische Frage nach dem Inhalt und anschließend die organisatorische Frage nach dem benötigten Speicherort.
Den Suchbereich eingrenzen
Beginnen Sie mit einem persönlichen Sammelordner oder einem abgeschlossenen Projekt. Systemordner, Programmverzeichnisse, aktive Fotomediatheken und Sicherungsbestände sollten nicht Gegenstand einer pauschalen Löschrunde sein. Gleiche Dateien können dort absichtlich mehrfach vorkommen. Eine Bereinigung über alle Laufwerke ist kein sinnvoller erster Versuch.
Speichern Sie vor größeren Änderungen eine überprüfte Sicherung. Legen Sie außerdem fest, welche Ablage maßgeblich bleiben soll. Ohne diese Entscheidung erzeugt eine automatische Auswahl möglicherweise Lücken an genau den Orten, an denen andere Programme oder Personen die Dateien erwarten.
Namen sind Hinweise, keine Beweise
Ein Dublettensucher kann zunächst nach Größe gruppieren und danach den Inhalt vergleichen. Ein kryptografischer Hash wie SHA-256 ist dafür ein nützlicher Fingerabdruck. Microsoft stellt beispielsweise Get-FileHash für solche Inhaltsprüfungen bereit. Ein umbenanntes, ansonsten unverändertes Dokument behält seinen Inhalts-Hash; eine andere Dateibezeichnung allein macht es also nicht einzigartig.
Unterschiedliche Hashes bedeuten dagegen nicht unbedingt, dass zwei Fotos sichtbar verschieden aussehen. Geänderte Metadaten, andere Kompression oder eine kleine Bearbeitung verändern die Datei. Ähnlichkeitssuchen für Bilder benötigen deshalb eine Sichtprüfung. Bei Rechnungen und Dokumenten können winzige Unterschiede wie ein korrigiertes Datum inhaltlich entscheidend sein.
Die verbleibende Kopie bewusst wählen
Prüfen Sie vollständigen Pfad, Dateityp, Änderungsstand und Verwendung. Eine Datei im Sicherungsordner ist keine überflüssige Arbeitskopie. Ebenso kann ein identisches Logo in mehreren unabhängigen Übergabepaketen erforderlich sein. Entfernen Sie solche Bestandteile nicht allein, weil der Inhalt anderswo ebenfalls existiert.
Verschieben Sie ausgewählte Kandidaten zunächst in einen klar benannten Prüfbereich innerhalb derselben kontrollierten Ablage, wenn dies die Arbeitsweise erlaubt. Testen Sie anschließend betroffene Dokumente und Projekte. Beachten Sie bei synchronisierten Ordnern, dass Verschieben oder Löschen auf andere Geräte übertragen werden kann. Eine lokale Aktion bleibt dort nicht unbedingt lokal.
Ein nachvollziehbares Ergebnis behalten
Eine kurze Liste mit entferntem Pfad, verbleibendem Pfad und Datum erleichtert Rückfragen. Für kleine Sammlungen genügt ein einfacher Textvermerk. Kontrollieren Sie nach einigen normalen Arbeitsschritten erneut, ob die erwarteten Dateien erreichbar sind, bevor Sie den Prüfbereich endgültig leeren.
Der größte Gewinn ist häufig nicht der freigegebene Speicher, sondern die Klarheit über die aktuelle Fassung. Wenn nach der Bereinigung weiterhin niemand weiß, welche Datei verwendet werden soll, fehlt eine Ablageregel. Verbessern Sie diese Regel, statt immer häufiger einen Dublettensucher über denselben ungeklärten Bestand laufen zu lassen.
