Der neue Computer startet, das Benutzerkonto ist eingerichtet und die Dokumente erscheinen im Dateimanager. Trotzdem kann noch vieles fehlen: lokal gespeicherte Notizen, Originalfotos, Schriftarten, eine wichtige Projektdatei oder der Zugang zu einem verschlüsselten Archiv. Ein Gerätewechsel gelingt zuverlässiger, wenn Sie die Übertragung als kleine Prüfung mit mehreren Etappen behandeln. Das alte Gerät bleibt dabei vorerst erhalten, bis die wichtigsten Arbeitsabläufe auf dem neuen nachweislich funktionieren.
Vor dem Kopieren eine Bestandsaufnahme machen
Gehen Sie nicht nur den Dokumente-Ordner durch. Prüfen Sie Desktop, Bilder, Downloads, zusätzliche Laufwerke und die Speicherorte wichtiger Anwendungen. Manche Programme verwalten Inhalte in einer eigenen Bibliothek; ein sichtbarer Eintrag ist dann nicht unbedingt eine einzeln kopierbare Datei. Nutzen Sie für solche Anwendungen die vorgesehene Export- oder Übertragungsfunktion.
Notieren Sie außerdem, welche Inhalte nur online verfügbar sind. Ein Cloud-Platzhalter kann im Dateimanager wie eine Datei aussehen, ohne vollständig auf dem alten Gerät gespeichert zu sein. Entscheiden Sie, ob der neue Computer diese Inhalte später erneut herunterlädt oder ob vor dem Umzug eine vollständige lokale Kopie benötigt wird. Für eine unabhängige Sicherung sind bloße Platzhalter nicht ausreichend.
Übertragungsweg und Reserve wählen
Für größere Bestände kann ein externes Laufwerk übersichtlicher sein als viele Einzelübertragungen. Prüfen Sie freien Speicher, Anschluss und Dateisystem. Verwenden Sie zunächst Kopieren statt Verschieben, damit die Quelle bei einem unterbrochenen Vorgang verfügbar bleibt. Eine vollständige Sicherung vor Beginn deckt zusätzlich Fehler ab, die erst später auffallen.
Ein Cloud-Umzug benötigt genügend Kontingent und Zeit für Upload sowie Download. Lassen Sie sich nicht von einer geschätzten Restzeit täuschen: viele kleine Dateien, ein Energiesparmodus oder eine Unterbrechung können den Ablauf verlängern. Prüfen Sie den Abschlussstatus des Dienstes und notieren Sie gemeldete Ausnahmen, statt sie zwischen den üblichen Benachrichtigungen zu übersehen.
Programme und Konten gesondert behandeln
Das Kopieren eines Programmordners installiert eine Anwendung nicht zuverlässig auf dem neuen System. Verwenden Sie die offizielle Installations- oder Migrationsmethode und halten Sie benötigte Lizenzinformationen bereit. Passwörter und Wiederherstellungsdaten gehören in ihre geschützte Verwaltung, nicht in eine unverschlüsselte Umzugsdatei auf dem Desktop.
Bei einem Wechsel zwischen Betriebssystemen prüfen Sie besonders Dateiformate und verknüpfte Inhalte. Eine Präsentation kann ohne verwendete Schriften anders umbrechen. Eine Tabellenmappe kann auf einen alten Laufwerkspfad verweisen. Planen Sie solche Kontrollen bei den tatsächlich wichtigen Anwendungen ein, nicht nur bei einem beliebigen Testdokument.
Die Übernahme anhand von Aufgaben prüfen
Öffnen Sie ein aktuelles Dokument, ein älteres Archiv, mehrere Fotos und eine große Datei. Führen Sie einen typischen Arbeitsablauf durch, einschließlich Speichern und erneutem Öffnen. Vergleichen Sie Dateizahl und Größen wichtiger Ordner als erste Kontrolle; bei unveränderten Dateien können Hash-Prüfungen zusätzliche Sicherheit über den Inhalt geben.
Richten Sie die Sicherung des neuen Geräts ein und stellen Sie eine Testdatei daraus wieder her. Erst danach wird die weitere Verwendung des alten Computers entschieden. Ein Verkauf oder Zurücksetzen braucht einen eigenen, sorgfältigen Ablauf. Die erfolgreiche Übertragung allein ist noch kein Nachweis, dass persönliche Daten auf dem bisherigen Gerät entfernt wurden.
