Ein Videoprojekt besteht häufig aus mehr als dem fertigen Film. Originalaufnahmen, Vorschauen, Audiodateien, Projektdateien und Exporte benötigen gemeinsam Platz. Die passende Ablage hängt deshalb davon ab, ob Sie gerade schneiden, Material transportieren oder einen abgeschlossenen Stand aufbewahren. Ein einzelnes großes Laufwerk kann mehrere dieser Aufgaben übernehmen, sollte aber nicht die einzige Kopie unersetzlicher Aufnahmen enthalten.
Den Bedarf am tatsächlichen Projekt messen
Ermitteln Sie zunächst die Größe des vorhandenen Materials und berücksichtigen Sie neue Aufnahmen, zusätzliche Exporte und temporäre Dateien. Eine Reserve ist nötig, weil Schnittprogramme während der Arbeit weitere Daten erzeugen können. Wie groß diese Reserve sein sollte, hängt vom Programm und der Arbeitsweise ab; eine feste Prozentzahl passt nicht zu jedem Projekt.
Trennen Sie Originalmaterial von wieder erzeugbaren Vorschauen oder Cache-Dateien. Letztere können unter Umständen entfallen, aber nur über einen nachvollziehbaren Ablauf. Löschen Sie keine unbekannten Projektbestandteile, nur weil sie groß sind. Prüfen Sie im Programm, wofür der betreffende Speicherort vorgesehen ist.
Dateisystem und Verbindung prüfen
Ausreichend freier Platz bedeutet nicht, dass jede einzelne Datei gespeichert werden kann. FAT32 hat beispielsweise eine Grenze von knapp 4 GiB pro Datei. Ein großer Film kann deshalb trotz freier Gesamtkapazität scheitern. Wählen Sie ein Dateisystem, das vom verwendeten Computer und gegebenenfalls vom Abspielgerät unterstützt wird.
Formatieren ist keine harmlose Einstellung: Dabei können vorhandene Inhalte verloren gehen. Sichern Sie benötigte Dateien vorher und prüfen Sie das richtige Laufwerk. Für die Arbeitsgeschwindigkeit zählt außerdem die gesamte Verbindung aus Computeranschluss, Kabel, Gehäuse und Laufwerk. Ein schneller Datenträger wird an einer langsameren Verbindung nicht automatisch schneller.
Aktive Arbeit und Archiv unterscheiden
Beim Schneiden müssen die Quelldateien zuverlässig erreichbar bleiben. Wechselnde Laufwerksbuchstaben oder verschobene Ordner können Verknüpfungen unterbrechen. Halten Sie die Projektstruktur stabil und verwenden Sie beim späteren Umzug die Sammelfunktion des Schnittprogramms, falls sie angeboten wird. Prüfen Sie danach, ob alle Medien gefunden werden.
Für ein Archiv sind neben den Originalen die Projektdatei und eine gut abspielbare Endausgabe sinnvoll. Dokumentieren Sie besondere Schriften, Plug-ins oder andere Abhängigkeiten. Eine Sammlung aus Quelldateien lässt sich nicht zwangsläufig auf einem beliebigen späteren Computer ohne Vorbereitung wieder schneiden.
Übertragung anhand des Inhalts kontrollieren
Kopieren Sie wichtige Aufnahmen zunächst, statt sie direkt zu verschieben. Vergleichen Sie Anzahl und Größen der Dateien und prüfen Sie bei Bedarf Inhalts-Hashes. Spielen Sie Stichproben an verschiedenen Stellen ab, nicht nur die ersten Sekunden. Ein Vorschaubild allein sagt wenig über einen langen Film aus.
Sichern Sie unersetzliches Material unabhängig vom Arbeitslaufwerk. Cloud-Speicher kann eine zusätzliche Kopie ermöglichen, verlangt aber genügend Uploadzeit und einen getesteten Downloadweg. Löschen Sie Speicherkarten erst, wenn die vorgesehenen Kopien vollständig und überprüfbar vorliegen. Das Arbeitslaufwerk und die einzige Sicherung sollten nicht dieselbe physische Platte sein.
