Ein großes Bild ist nicht automatisch ein verständliches Bild. Ein Foto kann viel Fläche einnehmen und trotzdem den entscheidenden Gegenstand kaum zeigen. Ein Diagramm kann scharf exportiert sein, während seine Legende zu klein bleibt. Beurteilen Sie eine Abbildung deshalb danach, welche Information das Publikum darin erkennen soll, nicht danach, ob sie eine freie Fläche hübsch füllt.
Für jede Abbildung eine Aufgabe bestimmen
Soll ein Screenshot eine Fehlermeldung dokumentieren, muss vor allem diese Meldung lesbar sein. Soll er den Weg durch ein Programm zeigen, braucht man zusätzlich die benachbarten Bedienelemente. Das sind unterschiedliche Bildausschnitte. Schneiden Sie nicht einfach so eng zu, dass die Herkunft oder Bedeutung des Ausschnitts verloren geht.
Bei einem Foto eines Arbeitsplatzes kann die Kabelführung das eigentliche Thema sein. Entfernen Sie dann unnötige Randbereiche, statt das ganze Zimmer verkleinert abzubilden. Prüfen Sie vor der Verwendung, ob sichtbare Namen, Kennzeichen oder Bildschirminhalte entfernt werden müssen. Eine dekorative Abdeckung ist keine verlässliche Methode, vertrauliche Daten aus der Quelldatei zu löschen.
Größe, Schärfe und Kontrast prüfen
Vergrößern Sie eine kleine Rastergrafik nicht so weit, dass Text oder Linien zerfallen. Nutzen Sie nach Möglichkeit eine höher aufgelöste Quelle oder eine geeignete Vektorfassung. Für Diagramme kann eine vereinfachte Neudarstellung aus den Originaldaten besser sein als ein Screenshot der gesamten Tabelle. Dabei müssen Werte und Beschriftungen erhalten bleiben.
Legen Sie Text nicht über unruhige Bildteile. Eine separate Beschriftungsfläche schafft häufig mehr Klarheit als ein Schatten oder eine besonders kräftige Kontur. Vergleichen Sie außerdem helle und dunkle Bildschirmansichten. Sehr feine graue Linien können im Besprechungsraum verschwinden, obwohl sie am eigenen Gerät sichtbar waren.
Die Ausgabe mitprüfen
Öffnen Sie die exportierte Präsentation oder PDF-Datei und kontrollieren Sie besonders die Folien mit vielen Details. Komprimierung, Schriftwechsel oder ein geänderter Zuschnitt können dort auffallen. Prüfen Sie bei wichtigen Grafiken zusätzlich die kleinste geplante Darstellung, etwa ein Konferenzfenster.
Schreiben Sie eine kurze Bildbeschreibung, die die Bedeutung und nicht nur die sichtbaren Gegenstände nennt. Bei einem Diagramm kann das die entscheidende Entwicklung sein; bei einer Anleitung die Position eines Schalters. Wenn zum Verständnis mehrere Zahlen notwendig sind, stellen Sie diese auch als lesbaren Text oder Tabelle bereit. Die Abbildung soll den Zugang erleichtern, nicht den einzigen Zugang bilden.
